Digitaler Broad Consent
Hintergrund
In der vergangenen Legislatur wurde im Rahmen der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) eine AG zum Thema „Gesundheitsdaten“ gegründet. Hieraus resultierte ein Gesundheitsdatenpapier, das 2023 veröffentlicht wurde. Basierend auf dem Gesundheitsdatenpapier wird in dieser Legislatur von der AG „Gesundheitsdaten“ ein operatives Projekt zum Thema „Broad Consent“ umgesetzt. Das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation leitet die AG „Gesundheitsdaten“ und hat das Projekt als Mittelgeber in den Jahren 2025/2026 insgesamt mit rund 63.500 Euro unterstützt.
Projektziel
Erhöhung der Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten gegenüber der digitalen Erhebung von Gesundheitsdaten und im Zuge dessen die Vergrößerung der Forschungsdatenbasis. Zusätzlich soll die Umsetzung möglichst patienten- und personalfreundlich gestaltet sein und den Mehrwert der Digitalisierung aufzeigen.
Projektidee
Im Zentrum der gemeinsamen Projektidee steht der Broad Consent und die Pilotierung eines smarten digitalen Prozesses dessen. Der gesamten Idee geht das Grundverständnis voraus, den Broad Consent als „Enabler“ (=Möglichmacher) für die datenschutzkonforme Nutzung von Patientendaten in der klinischen Forschung zu betrachten. Mit der Pilotierung eines digitalen Prozesses in Hessen, eine Blaupause mit Vorbildcharakter für weitere Krankenhäuser innerhalb und außerhalb Hessens zu gestalten.
In der Prämedikationsambulanz (Prämed-Ambulanz) der Universitätsmedizin Frankfurt sind bereits Tablets zur Aufklärung über medizinische Eingriffe im Einsatz. Diese technischen Voraussetzungen werden genutzt, um die digitale Einbindung des Broad Consent inkl. begleitender patientennaher Informationen zu pilotieren.
Gesellschaft für Digitalisierungs- und Verhaltensforschung e.V.
- Um eine bestmögliche Nachnutzung des digitalen Broad-Consent-Prozesses für andere Krankenhäuser sowohl in Hessen als auch bundesweit zu ermöglichen, wird eine begleitende externe Prozessanalyse und Evaluation des Projektes durchgeführt.
- So werden bspw. der bestehende Aufklärungsprozess zum Broad Consent in der Prämed-Ambulanz der Universitätsmedizin Frankfurt für einen Vorher-Nachher-Vergleich analysiert, evaluiert und belastbare Kennzahlen sowie „Lessons Learned“ ermittelt.
- Es ist geplant, die Ergebnisse in Form einer „Whitelist“ zu veröffentlichen, damit die Informationen auch anderen Kliniken/Praxen/Krankenhäuser zur Verfügung gestellt werden.
Kidima GmbH
- Damit die Patientinnen und Patienten möglichst patientenfreundlich und niedrigschwellig über den Broad Consent aufgeklärt werden und eine informierte Entscheidung treffen können, haben die Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, die relevanten Informationen zu dem Broad Consent über einen Ärzte-Avatar abzurufen.
- Der Avatar stellt ärztliches Personal aus der Prämed-Ambulanz der Universitätsmedizin Frankfurt in einer weiblichen und männlichen Version dar und kann sowohl in einer ausführlichen Langversion als auch in einer kompakten Kurzversion angeschaut werden.
- Die Lang- und Kurzversion ist jeweils in einfacher Sprache verfasst; die Langversion ist auf Deutsch und Englisch verfügbar; die Kurzversion ist in 10 relevanten Landessprachen verfügbar und entsprechend untertitelt.
Universitätsmedizin Frankfurt am Main & Thieme GmbH
- Um den Digitalen Broad Consent auch auf technischer Ebene erfolgreich in der Prämed-Ambulanz der Universitätsmedizin Frankfurt implementieren zu können, wird seitens der Universitätsmedizin eine Schnittstelle geschaffen, womit das digitale Broad Consent-Dokument zuverlässig und standardisiert vom Dokumentenarchiv der Universitätsmedizin Frankfurt an die Einwilligungsverwaltungsplattform der Datentreuhandstelle übermittelt werden kann.
- Das vom Patienten bzw. Der Patientin zu unterzeichnende Broad-Consent-Dokument wird seitens der Thieme GmbH in einer digitalen Form bereitgestellt und in den digitalen Prozess implementiert.
- Das Broad Consent-Dokument kann somit über ein mobiles Endgerät wie ein Tablet abgerufen und nach dem Gespräch mit dem zuständigen Arzt/Ärztin ebenfalls digital unterzeichnet werden.