Die besten Forschungsergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nützen nichts, wenn sie nicht in der Praxis erprobt werden können. Daher haben die Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, das Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health Hessen (KTE) sowie der Forschungscampus Mittelhessen (FCMH) und die beteiligten Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen und die Technische Hochschule Mittelhessen eine Absichtserklärung zur „Praxispilotierung von Forschungsprojekten im Bereich E-Health und Künstliche Intelligenz in der Medizin“ unterzeichnet.

Darin wird eine strategische und enge Zusammenarbeit vereinbart, um eine Schnittstelle zwischen Forschungsprojekten, niedergelassenen Akteuren und beteiligten Patientengruppen zu schaffen. „Beim Thema Gesundheit erleben die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar den Nutzen und Mehrwert von KI, da sie bei Diagnostik und Behandlung profitieren können. Gleichzeitig entlastet KI das medizinische Personal und ermöglicht neue Behandlungsmethoden“, sagte Sinemus und führte aus: „Die Einsatzmöglichkeiten KI-basierter Anwendungen stehen bislang am Anfang der Entwicklung, aber es ist klar, dass Künstliche Intelligenz ein umfassendes und zukunftsfähiges Arbeitsfeld im Gesundheitswesen ist. Daher freue ich mich, dass wir heute die Absichtserklärung unterzeichnen. Primäres Ziel dieser Kooperation ist es, einen klaren Mehrwert für Forschung und Praxis zu schaffen und somit für uns alle.“

Beispiele für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen sind Apps zur Früherkennung von Krankheiten oder personalisierte Krebstherapien. Am Forschungscampus Mittelhessen, an dem die drei mittelhessischen Hochschulen beteiligt sind, wird unter anderem am Einsatz von KI in der Versorgung von Parkinsonerkrankten geforscht sowie bei der Auswertung von EKG-Aufnahmen und bei Atemwegserkrankungen von Kindern.

„Unsere Forschungsprojekte leisten entscheidende Impulse für die Digitalisierung der Medizin. Wichtig ist, dass diese Impulse aber auch in den Praxen, am Ende also bei den Patientinnen und Patienten ankommen“, sagte Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der THM. Nicht erst die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass es oftmals möglich und dann auch sinnvoll sei, medizinische Forschungsergebnisse schnell zur Anwendung zu bringen.

Für digitale medizinischen Innovationen bedarf es einer Schnittstelle zu den niedergelassenen Praxen. Diese wird über das 2018 von der Hessischen Landesregierung gegründete KTE geschaffen. Das Kompetenzzentrum ist an der THM angesiedelt und unterstützt Niedergelassene, Teams, Abläufe und Anwendungen zu digitalisieren. „Das KTE hat von Beginn an einen Schwerpunkt seiner Aufgaben darin gesehen, wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Forschungsergebnisse in die Praxis der medizinischen Versorgung zu übertragen und deren Qualität für die Patientinnen und Patienten dadurch stetig zu verbessern“, erläuterte dessen Geschäftsführer Armin Häuser. So habe das Zentrum große Erfahrungen mit und engen Kontakt zu den hessischen Arztpraxen.

 

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